Mittwoch, 14. Februar 2018

Roxburgh Gorge Trail 




Von Clyde nach Clyde


Heute Morgen müssen wir uns sputen. Zunächst fahren wir den gleichen Weg wieder zurück bis Alexandra, um dann auf dem Roxburgh Gorge Cycle Way am schönen Clutha-Fluss weiter in Richtung Roxburgh zu fahren. 


Der Trail ist einer von Angelikas Lieblingswegen,  was Schönheit und auch Anspruch betrifft, sagt sie. Ich denke mir nichts Böses dabei, mag ich doch schöne Wege, auch wenn sie anspruchsvoll sind. Wie gut, dass ich vorher nicht gewusst habe, was auf mich zukommt, denn: Ich bin nicht schwindelfrei!



Ein meist recht schmaler Weg ist in den Fels gehauen, auf der einen Seite Fels, auf der anderen Seite - Abgrund. Es liegen Felsbrocken auf dem Weg, Sand, loser Schotter kommen immer wieder vor. Überall riesengroße Schiefer-Felsen. 

Ich versuche mich nahe an der Felswand zu halten, schaue nicht in den Abgrund. Da ist nichts, keine Absperrung, es geht einfach senkrecht runter in die Roxburgh-Schlucht. Atemberaubende Aussichten, türkisfarbenes Wasser. Überall Thymian, ab und zu riecht man den betörenden Duft. 

Der Weg windet sich kurvig, ab und zu vertrauenserweckende Warnschilder, auf denen Fahrräder und Menschen in die Tiefe fallen. 

Bloß nicht runtergucken und nicht ausrutschen und immer die Kurve kriegen. Dann ein Schild, das einen auffordert, vom Rad abzusteigen, weil der Weg zu eng ist. Ich packe das Rad zwischen mich und den Abgrund. 
Am Doctors Point erreichen wir Flussniveau und der Trail hört auf. Wir erreichen einen Bootsanleger und werden samt Fahrrädern von einem kleinen Motorboot aufgelesen. 



Wir fahren ein bisschen durch den Clutha-River und Phil erzählt uns vom Goldrausch am Clutha-Fluss, der 1861 begann. Überall kann man alte, teils gemauerte Höhlen im Fels entdecken, die überwiegen von Chinesen bewohnt wurden. 

Am Shingle Creek werden wir nach 12 km wieder an Land gelassen und der Trail geht in alt gewohnter Manier weiter. 






In vielen Serpentinen windet sich der Trail immer wieder nach oben und nach unten. 



Nach dem Roxburgh-Damm 

geht der Weg in den Clutha Gold Trail über. Dieser Trail ist harmloser, immer noch schön, aber dieses atemberaubende Fahren am Abgrund ist mehr oder weniger vorbei. Auf der einen Seite froh, auf der anderen Seite traurig, dass es vorbei ist, resümiere ich: Ich habe es überlebt! 
In Roxburgh werden wir von 'Trails Journey" aufgesammelt, die Räder verpackt und wir zurück nach Clyde gefahren. 

Vorher gibt es in Roxburgh ein großes Eis zur Belohnung.

Weitere Informationen:→ Roxburgh Gorge Trail

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