Freitag, 23. Februar 2018

Abschied vom Fiordland



Nun heißt es Abschied nehmen vom Fiordland.

Um 8.00 Uhr morgens besteigen ich in Te Anau den Bus, der mich nach Timaru an der Pazifikküste bringt, quasi die zweitletzte Etappe vor dem Nachhauseflug.
Die Busfahrt dauert bis 16.30 Uhr heute Nachmittag, ich muss mich also gedulden.

Ich schaue gedankenverloren aus dem Busfenster und tauche in die Landschaft von Mittelerde ein. Ich denke an Tolkiens Meisterwerk.

Und frage mich, was ich eigentlich an seiner Trilogie "Herr der Ringe" so mag.

Viele Leute sprechen mich an und sagen, dass das ja eine furchtbar brutale Geschichte ist, nur Mord und Totschlag, und können nicht verstehen, was ich daran denn gut finde.

Und sie haben recht. Durch die Verfilmung der Geschichte  ist die Brutalität  insbesondere im 2. Teil in den Vordergrund gehoben worden.

Die Brutalität, das Gemetzel, die Kriege, die Bedrohung aus dem Osten, aus Mordor - das ist nur eine Geschichte.

Für mich stehen andere Attribute im Vordergrund.

Eigentlich sind es sehr viele Geschichten.

Da ist die Geschichte der Hobbits, von Bilbo und seiner Wanderfreudigkeit und letztendlich dem Ringfund, die Geschichte von Smeagol "Gollum",  die Geschichte der Zwerge im Bergwerk,  die Geschichte der Elben und der Zauberer,  die Geschichte des Menschengeschlechts, die Geschichte von Machtmissbrauch, Geschichten von Freundschaft, von unsterblicher Liebe, von Schicksal und Bestimmung.

Für mich am bedeutensden ist die Geschichte von Aragorn, der als Waldläufer, als "Streicher", als finsterer Geselle im Buch eingeführt wird, in Wirklichkeit aber der Thronerbe vom Königreich Gondor ist.




Er muss sich versteckt halten, weil die Machtbesessenen ihm nach dem Leben trachten.

Nachdem die Bedrohung aus dem Osten größer wird, versucht er zusammen mit Gandalf, dem Zauberer, die Gefahr abzuwenden, obwohl sich bereits Hoffnungslosigkeit breit gemacht hat. Er führt die Ringgemeinschaft an, nachdem Gandalf in den Abgrund gestürzt ist. Aber auch er kann den Ringträger nicht bis zum Ende beschützen. Es geht um Vertrauen, Freundschaft, Treue, Wagemut, Beherztheit und letztendlich gibt es immer Hoffnung und es passiert das, was niemand mehr gewagt hat zu hoffen: Das Blatt wendet sich zum Guten.

J. R. R. Tolkien prägte den Begriff →Eukatastrophe

Schlussendlich wird Aragorn in Minas Tirith zum König von Gondor gekrönt, an seiner Seite Arwen, seine lang entbehrte, unsterbliche Liebe aus dem Elbengeschlecht, die seinetwegen ihre Unsterblichkeit aufgibt.
Und ein neues Zeitalter bricht heran.

Das ist für mich d i e Geschichte.

Dazu kommt die Landschaft, die Regisseur Peter Jackson für die Verfilmung ausgewählt hat mich dadurch in eine Welt mitgenommen hat, die für mich ihresgleichen sucht.

Diese in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstandene Geschichte hat für mich auch heute noch nichts an Leuchtkraft verloren. Im Gegenteil: durch die mittlerweile vielfältigen, neuen Bedrohungen, die wir erleben, erhält die Geschichte meines Erachtens eher noch mehr an Bedeutung.




Mittlerweile bin ich in Timaru angekommen und habe meine Lodge mit Meerblick bezogen. Timaru ist eine Hafenstadt mit 25.000 Einwohnern, die ich deshalb gewählt habe, weil sie nicht zu groß und nicht primär von Tourismus geprägt ist. Hier gibt es tatsächlich Einheimische. Und das erste Mal in Neuseeland erlebe ich, dass Unterkünfte frei sind.

Hier sind die ersten Eindrücke.















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